Weiße Blumen

Phobien

Bei einer  Phobie, auch phobische Störung, tritt Angst in einer eigentlich ungefährlichen Situation oder vor bestimmten eindeutig definierten Objekten auf. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Allein die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Ängste, die sich auch in körperlichen Symptomen, wie Herzklopfen oder Schwindel äußern. Oft werden die Betroffenen zusätzlich von der Angst einen Kontrollverlust zu erleiden und/oder der Angst zu sterben, oder wahnsinnig zu werden gequält.

Agoraphobie (Platzangst)

Bei einer Agoraphobie befürchten die Betroffenen, wenn sie ihre gewohnte und sichere Umgebung verlassen, an bestimmten Orten und in bestimmten Situationen keine Fluchtmöglichkeit vorzufinden und keine schützenden vertrauten Personen um sich zu haben. Sie fühlen sich „wie in einer Falle“. Typischerweise überkommt die Betroffenen diese Angst in Menschenmengen, auf öffentlichen Plätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in engen, geschlossenen Räumen oder auf Reisen und wird durch körperliche Symptomen wie Herzklopfen, Atembeschwerden, Schwitzen, Zittern, Schwindel und/oder Entfremdungsgefühle verstärkt.

Intensiviert werden kann dies zusätzlich noch durch das Erleben einer Panikattacke in solch einer angstauslösenden Situation. Agoraphobiker entwickeln mit der Zeit eine Vielzahl an Strategien, um diese höchst unangenehmen, angstmachenden Situationen und Orte zu vermeiden, oder sie können nur in Begleitung einer vertrauten Person eben diese Orte besuchen. Dies führt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und zu einem Verlust der Eigenständigkeit!

 

Bei der Bewältigung einer Agoraphobie ist eine Psychotherapie eine gute Unterstützung!

Soziale Phobien

Bei einer sozialen Phobie fürchten die Betroffenen die prüfende Betrachtung und Beurteilung andere Menschen. Es wird als quälend empfunden, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, und die Furcht ist groß, sich in solch einer Situation unpassend oder peinlich zu verhalten. Auch hier wird die Angst von körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Atembeschwerden, Schwitzen, Zittern, Schwindel und/oder Entfremdungsgefühlen begleitet. Zusätzlich kommt es auch häufig zum Erröten, Zittern, Übelkeit und/oder zu Harndrang. Die Symptome können sich bis zu einer Panikattacke steigern. Auch Sozialphobiker entwickeln ein umfassendes Vermeidungsverhalten wodurch die Lebensqualität der Betroffen erheblich eingeschränkt wird!

Wenn Personen etwas alleine ohne Angst ausführen können, aber in Gegenwart anderer macht dies große Angst, dann liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine soziale Phobie vor! Die soziale Phobie ist sehr weit verbreitet, etwa 10 % der Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal daran.

Eine Psychotherapie ist bei der Bewältigung einer sozialen Phobie eine gute Unterstützung!

Spezifische Phobien

Bei einer spezifischen Phobie haben die Betroffenen vor einem bestimmten Objekt (Insekt, Vogel, Spritzen, medizinische Geräte u.a.) oder einer bestimmten Situation (Fliegen, Geschlossene Räume, Höhe, Dunkelheit, Anblick von Blut u.a.) große Angst, die sich auch in körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Atembeschwerden, Schwitzen, Zittern, Schwindel und/oder Entfremdungsgefühlen äußert. Auch Schulangst und Prüfungsangst zählen zu den spezifischen Phobien. Obwohl die auslösende Situation streng begrenzt ist, kann sie eine Panikattacke auslösen.

Spezifische Phobien werden nicht immer als belastend empfunden, weil sich die auslösenden Situationen teilweise leicht vermeiden lassen. Kommt es durch das Vermeidungsverhalten zu einer Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen ist eine Psychotherapie hilfreich!

Phobien werden nach dem ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) unter F 40 als Phobische Störungen klassifiziert. 

www.icd-code.de