Weiße Blumen

Trauma

Ein Psychotrauma kann definiert werden als unerwartetes dramatisches äußeres Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalen Ausmaßes (kurz oder lang anhaltend), die bei fast jedem einen Zustand der völligen Hilflosigkeit hervorrufen würde und bei den Betroffenen eine massive, leidvolle seelische Erschütterung auslöst.

Traumatische Reaktionen treten auf, wenn das Selbstverteidigungssystem eines Menschen überfordert ist, weder Flucht noch Widerstand möglich sind. Während des traumatischen Ereignisses geht es ums Überleben, das Trauma kann nicht in das Leben integriert werden.

Bei von Menschen verursachten Traumen ist ausschlaggebend wie nah das Opfer dem/den Verursachern des Traumas stand, wie massiv das Trauma war und welche Dimension es in Hinblick auf die Zerstörung der zuvor bestandenen Basisvertrauenslage hatte. 

Beispiele sind:
  • Körperliche und sexuelle Misshandlungen von Kindern

  • innerfamiliäre und kriminelle Gewalt

  • Vergewaltigung

  • Zivile oder terroristische Gewalt

Bei Katastrophen und Unfalltraumen spielt das Ausmaß und die Unvorhersehbarkeit der Katastrophe eine Rolle:

  • Verkehrsunfälle

  • Arbeitsunfälle

  • Berufsbedingte Konfrontation (Rettung, Polizei, Feuerwehr, ….)

  • Technische Katastrophen 

  • Naturkatastrophen

Das traumatische Ereignis kann sich auf die Stabilität des Selbst – oder/und Weltbildes zerstörerisch auswirken. Als Folge können psychische Krankheiten wie z.B. eine Anpassungsstörung, eine Depression oder eine posttraumatische Belastungsstörung ausgebildet werden.

Zur Bearbeitung von Traumatas bedarf es einer Psychotherapie, mit deren Hilfe die Betroffenen abgespaltene Anteile ihres Selbst wieder integrieren können.

 

Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen werden nach dem ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) unter F 43 klassifiziert. 

 

www.icd-code.de

 

Quellen:

David Vyssoki (Hrsg.), Psychotrauma, 2004??
Ulrich Sachsse, Traumazentrierte Psychotherapie, 2004